Was sind PRINCE2, ITIL, PMP und IPMA?

Eine einstündige Einführung zu verschiedenen Projekt- und Service-Management Rahmenprogrammen.

Das Thema dieses Kurses sind PRINCE2, PMP oder ITIL –und was sich hinter diesen Abkürzungen versteckt. Sicher sind Sie schon öfter auf diese Begriffe gestoßen, denn die IT-Welt ist voll mit Abkürzungen darunter auch die zuvor genannten. Oft verlangen Klienten Zertifikate zu diesen Techniken, wenn Sie einen Berater suchen. Das kann Sinn machen, allerdings sind viele Zertifikate nicht besonders nützlich, denn sie werden im Grunde genommen einfach nach Bezahlung erteilt und sind kein echter Indikator für Expertise in einem Gebiet.

Unserer Meinung nehmen unerfahrenen Klienten diese Zertifikate zu wichtig. Das liegt wohl daran, dass man glaubt mit diesen Zertifikaten eine Garantie für Qualität zu erhalten, die man aufgrund der eigenen begrenzten Erfahrung im Gebiet nicht selbst beurteilen kann.

Es ist allerdings so, dass der Projekterfolg nicht von den richtigen Zertifikaten, sondern von der tatsächlichen, zum Projekt passenden, Qualifikation und Erfahrung des Beraters abhängt.

Es ist sehr wichtig zu wissen welches Zertifikat welchen Wert hat und wie schwer es zu erhalten ist: Wenn wir zum Beispiel über PMP und IPMA reden, dann benötigt man auch nachweisbare Erfahrung im Projektmanagement für ein Zertifikat. Auf der anderen Seite können Prince2 oder ITIL Zertifikate auch von Anfängern erworben werden. Wenn Sie also gut über die Anforderungen für ein Zertfikat informiert sind, dann ist es leichter diese einzuschätzen.

Alles in allem denken wir, dass Zertifikate ihren Sinn haben. Es wird sichergestellt, dass Begriffe und Methode bekannt sind und das gewisse theoretische Grundlagen vorhanden sind, die die Fähigkeit des Beraters zeigen mit komplexen Projekten auf eine professionelle und effiziente Art umzugehen. So haben Zertifikate einen Wert für Klienten und die besten Berater erwerben eine Reihe von Zertifikaten, da es ihnen einen Mehrwert bringt.

Werfen wir nun einen Blick auf die populärsten Zertifikate  im Projektmanagement und die Rahmenprogramme für die sie gelten.

PRINCE2 (PRojekte IN Kontrollierter Umgebung)

PRINCE2 ist die von unseren Kunden am häufigsten verwendete Projektmanagementmethode. Es scheint vielleicht etwas vereinfacht, aber der besondere Vorteil, den wir in PRINCE2 sehen, ist, dass es Projekte die geschäftlich keinen Sinn mehr machen, nicht unnötig am Laufen gehalten werden.

In manchen Organisationen ist die Einführung von PRINCE2 schwierig, denn oft führt diese Technik zu viel Bürokratie. Das liegt daran, dass diejenigen die die Methode implementieren wollen, die Methode nicht genug an die Organisation des Unternehmens angepasst haben. Neulinge, die PRINCE2 zum ersten Mal benutzen, sind oft so begeistert von der Methode, dass sie alle Teile voll anwenden wollen, ohne daran zu denken die Methode an das spezifische Projekt anzupassen. Das ist ein Fehler und bei PRINCE2 sollten Sie eher zu klein anfangen und sich an die Organisation, die das Projekt verlangt anpassen als mit einem zu komplizierten System anzufangen. Tatsächlich ist das eines der 7 wichtigen Prinzipien von PRINCE2, die Anpassung der Methode an das Projekt.

Die PRINCE 2 Zertifikate kommen in 2 Versionen: Zuerst einmal die Grundlagen und dann die Anwenderqualifikation. Für Berater, die in Organisationen arbeiten, die das PRINCE 2 Organisationsmodell verwenden haben diese Zertifikate Vorteile. Der Prozess der Zertifizierung ist allerdings sehr kommerzialisiert und so sagen diese Zertifikate, unserer Meinung nach, nicht so viel über das Können eines Beraters aus. Wichtiger ist es das ein Projektmanager wirklich qualifiziert ist und auf eine Reihe an erfolgreich bearbeitenden Projekten zurückblicken kann.

Im Folgenden eine Einführung in die PRINCE2 Methode, die Ihnen die 7 Prinzipien, Themen und Prozesse auf denen PRINCE2 basiert näherbringt.

Hier die 3×7 PRINCE2 Prinzipien auf einen Blick:

Die 7 Prinzipien von PRINCE2:

  1. Fortlaufende Bedarfsrechtfertigung
  2. Lernen aus Erfahrung
  3. Gut definierte Rollen und Verantwortungsbereiche
  4. Verwaltung des Projektfortschrittes in Phasen
  5. Führen nach dem Ausnahmeprinzip
  6. Fokus auf das Produkt
  7. Anpassung an die Umstände die das Projekt umgeben

Die 7 Themen in PRINCE2:

  1. Geschäftsmodell
  2. Organisation
  3. Qualität
  4. Pläne
  5. Risiko
  6. Veränderung
  7. Fortschritt

Die 7 Teile in PRINCE2:

  1. Projektbeginn
  2. Projektanlauf
  3. Projektleistung
  4. Fortschrittskontrolle
  5. Verwaltung der Produktauslieferung
  6. Verwaltung der Übergange zwischen den Projektphasen
  7. Projektabschluss

ITIL – Prozessoptimierung in der IT-Organisation

ITIL ist einfach gesehen eine Bibliothek mit optimierten Prozessen für den IT-Bereich. Unserer Meinung nach ist es mehr auf die Anwendung von IT und deren Wartung ausgerichtet als auf Entwicklung und Innovation. Das sieht man, auch wenn man das ITIL-Material für Experten in seiner Gesamtheit betrachtet, da agile Entwicklungsprozesse kaum erwähnt werden auch wenn sie ein wichtiger Teil der Kernprozesse in den IT-Abteilungen der meisten unserer Klienten sind. Allerdings ist ITIL auf den gesamten Bereich der IT-Nutzung anwendbar und besteht aus 5 Kernkomponenten:

  • ITIL Service Strategie
  • ITIL Service Design
  • ITIL Service Übergang
  • ITIL Service Anwendung
  • ITIL kontinuierliche Serviceverbesserung

Das häufigste Zertifikat ist ITIL Grundlagen, das nach 2 bis 3 Tagen Vorbereitung erworben werden kann. Ähnlich wie PRINCE2 Grundlagen ist auch ITIL Grundlagen leicht zu erwerben. Deshalb ist es ein Zertifikat, das nicht schadet aber auch nicht zu viel über die Qualifikation des Inhabers aussagt.

Eine höhere Stufe der Zertifizierung ist “ITIL Experte”. Dieses Zertifikat ist relativ schwer zu bekommen und besteht aus 6 unterschiedlichen Prüfungen. Trotzdem ziehen wir immer einen Berater mit großartigem Lebenslauf und nur einen Grundlagenzertifikat in ITIL, gegenüber einem Inhaber eines Expertenzertifikats vor der kein so ansprechendes Portfolio hat. (Ein Beispiel hierfür ist Soren Rosenmeier, Internationaler Geschäftsführer der Right People Group. Er hat aus Neugier die ITIL Expertenprüfung abgelegt, hat aber keine praktische Servicemanagementerfahrung und wäre so nicht der ideale Kandidat für ein Projekt.)

Meistens beginnen unsere Klienten mit der Einrichtung eines Vorfall- und Problembearbeitungssystems. Ein Vorfall ist eine Unterbrechung der IT-Dienste (oft gemeldet von einem Nutzer) und ein Problem ist der Grund für den Vorfall (ein Problem kann also der Grund für mehrere Vorfälle sein).

Das Video unten gibt einen Überblick zu ITIL:

Projekt, Programm und Portfolio – was bedeuten diese Begriffe in Ihrer Organisation 

Die Begriffe Projekt, Programm und Portfolio können in verschiedenen Organisationen recht unterschiedliche Bedeutungen haben. Das Video unten gibt Ihnen eine kurze Einführung zu den generellen Definitionen aber bevor Sie mit der Arbeit beginnen, müssen Sie die Feinheiten mit Ihrer spezifischen Organisation klären, um Missverständnisse zu vermeiden.

PMP (von PMI)

PMP kommt aus den USA und ist besonders auf die Durchführung des Projektmanagements fokussiert. Ein Zertifikat für diese Methode ist mittelschwer zu bekommen und unserer Erfahrung nach sind Berater mit dem PMI Zertifikat sehr gut. Natürlich ist ein Zertifikat allein nicht genug um die Expertise eines Beraters zu garantieren aber wir halten es für einen guten Indikator für Kompetenz.

PMP ist sehr auf die Ausführung eines bestimmten Projektes fokussiert, während PRINCE2 eher eine generelle Vorgehensweise für die kontrollierte Abwicklung von Projekten in einem Unternehmen ist.

IPMA

IPMA ist ähnlich wie PMP fokussiert auf das Projektmangement. Es gibt vier verschiedene Zertifizierungsstufen (IPMA D, IPMA C, IPMA B, IPMA A). Hier eine kurze Zusammenfassung der 4 Stufen:

Eine Voraussetzung für eine Zertifizierung ist eine nachweisbare Erfahrung in der Nutzung der Methode. Desto höher die Stufe des Zertifikats desto mehr Erfahrung wird verlangt.

Wir sehen bei den freiberuflich arbeitenden Beratern einen großen Unterschied zwischen Stufe B und Stufe C, die Anforderungen für das Erreichen von Stufe B recht hoch sind. Ein Projektmanager, der ein Zertifikat der IPMA Stufe A oder B besitzt, ist also ein qualifizierter Berater. Aber wie immer ist das Portfolio des Beraters wichtiger und man muss darauf achten, dass Persönlichkeit und Erfahrungsschatz des Experten zum aktuellen Projekt passen.

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Erfahren Sie mehr über unsere Dienste unter Projektmanager, PRINCE2 Projektmanager oder ITIL Berater.

Was ist die Right People Group University

Hier lernen Sie mehr.

Über die Right People University

Wir bei der Right People Group sind davon überzeugt, dass die Bedürfnisse der Klienten das Wichtigste sind, wenn es darum geht einen guten Experten für eine Aufgabe zu finden. Deshalb arbeiten wir ständig daran die Geschäftsziele unserer Klienten und die technischen Anforderungen ihrer Projekte besser zu verstehen. Da wir mit einer großen Bandbreite an Kunden arbeiten, die aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen kommen, ist dies ein kontinuierlicher Lernprozess. Die Right People Group University ist eine Initiative, die das strukturierte Lernen unterstützen soll. Einmal die Woche treffen sich die neuesten Mitglieder der Right People Mannschaft in einem Studienzirkel und konzentrieren sich auf ein bestimmtes Thema. Oben sehen Sie das Kursmaterial für einen solchen Kurs mit dem Namen – “Was sind PRINCE2, ITIL, PMP und IPMA?”.

Wir begannen mit dieser Kursserie für neue Mitarbeiter, um sie schnell auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen aber wir dachten auch, das andere dieses Material nützlich finden können. Natürlich kann man nicht alles über PRINCE2, ITIL, PMP und IPMA in einer Stunde lernen. Man kann aber einen guten Ansatzpunkt für weitere Studien und einen guten Überblick über das Thema an sich erhalten. Zögern Sie nicht der Right People Group University beizutreten und an diesem Kurs teilzunehmen. Wenn Sie Fragen oder Kommentare haben, dann schreiben Sie diese einfach in die Kommentarspalte unten.